Das Projekt Klimaduell

Es ist unbestritten, dass jeder Mensch seinen Beitrag leisten muss, wenn die Klimaerwärmung auf unter 1.5 Grad beschränkt werden soll. Doch bei welchen Verhaltensweisen jede/r Einzelne am besten ansetzen soll, darüber herrscht weder in der Forschung noch in der Praxis Klarheit. Das Klimaduell soll auf eine spassige und spielerische Weise hier einen Beitrag leisten.
 

Vom 23. März bis zum 19. Mai 2021 wird die ZHAW Life Sciences and Facility Management gemeinsam mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) in Deutschland den Wettbewerb «Klimaduell – das Klima gewinnt» durchführen. Von März bis Mai treten beide Hochschulen gegeneinander und gemeinsam fürs Klima in verschiedenen Challenges an.

Mitmachen können Studierende und Mitarbeitende der beiden Hochschulen. Nach Ablauf jeder Challenge wird ausgewertet, wer gewonnen hat und welcher Beitrag fürs Klima geleistet wurde. Das Beste daran? Egal welche Hochschule erfolgreicher war – das Klima gewinnt immer!

Im Projekt wurden in einem ersten Schritt ökologische Auswirkungen unterschiedlicher Verhaltensweisen quantifiziert und basierend darauf verschiedene Challenges für das Klimaduell definiert. Darüber hinaus sind Challenge-Vorschläge von Studierenden in die finale Challenge-Auswahl eingeflossen. Während des Duells können nun Studierende und Mitarbeitende beider Hochschulen bei den Challenges mitmachen. Wie das genau funktioniert ist hier erläutert. Mit Hilfe von Lebenszyklusanalysen wird nach jeder Challenge evaluiert, welche Hochschule einen grösseren Beitrag geleistet hat. Mit dem gemeinsamen Engagement tragen alle so zur Erreichung der Sustainable Development Goals bei, insbesondere des SDG 13 «Climate Action».

Das Projekt wurde ursprünglich als ein Duell auf den Campus geplant. Aber auch im Home-Office kann man den eigenen ökologischen Fussabdruck noch weiter verkleinern. Mit der Web-App, dem Start- und Abschlussevent, Kommunikation über Social Media und E-Mails versuchen wir auch ohne das uns bekannte Campus-Leben verbunden zu sein. Unterstützen kannst auch du. Verwende #klimaduell21 gerne auch zusammen mit #ZHAW oder #HNEE, wenn du deine Challenge-Erlebnisse mit anderen teilst.

Das Projekt fördert die interdisziplinäre, internationale, hochschulübergreifende Zusammenarbeit und leistet einen Beitrag zur Beantragung der angestrebten Mitgliedschaft beim International Sustainability Campus Network. Zudem können die erstellten Ökobilanzen vom Departement als erste Grundlage für ein Nachhaltigkeitsmonitoring genutzt werden.

 

Klimabilanz der beiden Hochschulen

Wo sind die grössten Hebel für den Klimaschutz? Um bewerten zu können, in welchen Bereichen des Hochschulbetriebs Klima-Challenges insbesondere relevant sind, haben wir für die beiden teilnehmenden Hochschulen – der Campus Grüental der ZHAW (nachfolgend ZHAW genannt) und die HNEE – eine Hotspot-Analyse angefertigt*. Die Hotspot-Analyse hat das Ziel Bereiche aufzudecken, welche die grössten Verursacher von Treibhausgasemissionen darstellen und ein besonders hohes Einsparpotential haben.

Bei dem Vergleich der beiden Hochschulen bleibt zu beachten, dass sie sich in ihrer Grösse und Nutzung unterscheiden. Während der ZHAW Campus Grüental sowohl bezüglich der Nettogrundfläche als auch bezüglich der Anzahl an Mitarbeitenden um etwa 25% kleiner ist als die HNEE, ist die Anzahl Studierender der ZHAW auf dem Campus Grüental knapp 65% kleiner. Es ist also davon auszugehen, dass während an der HNEE ein grösserer Lehrbetrieb stattfindet, an der ZHAW Campus Grüental ein grösserer Forschungsbetrieb besteht. Aus diesem Grund sollte die Hotspot-Analyse nicht in Konkurrenz der Hochschulen betrachtet werden, sondern die jeweiligen Hotspots der Hochschulen aufzeigen.

In Abbildung 1 sind die Treibhausgasemissionen der Bereiche Energie, Mobilität, Mensa, Abfälle sowie Abwasser und Papierverbrauch der ZHAW und der HNEE in kg CO2 Äquivalenten per Hochschulangehörigen dargestellt.

Die grössten Verursacher von Treibhausgasemissionen sind an beiden Hochschulen die Bereiche Energie und Mobilität. Die ZHAW verursachte im Jahr 2018 durch den Energieverbrauch knapp 411 t CO2e. An der HNEE konnte durch die Nutzung von Wärme aus Holz der Gasverbrauch reduziert werden, es ergeben sich für die HNEE 283 t CO2e durch den Energieverbrauch.

Im Bereich Mobilität verursachte die ZHAW 2018 ca. 494 t CO2e, an der HNEE belaufen sich die Treibhausgasemissionen der Mobilität auf etwa 906 t CO2e. Insbesondere aufgrund einer höheren Anzahl von interkontinentalen Flugreisen ergibt sich für die ZHAW im Bereich Geschäftsreisen ein grösserer CO2-Fussabdruck. Bezüglich des Pendelverkehrs ergeben sich höhere Auswirkungen an der HNEE, da die Studierenden der HNEE weitere Strecken mit dem Zug zurücklegen.

Die Mensa verursacht den drittgrössten CO2-Fussabdruck beider Hochschulen: 89 t CO2e an der ZHAW und 160 t CO2e an der HNEE. Zu den kleineren Verursachern von Treibhausgasemissionen zählen die Bereiche Abfälle und Abwasser (ZHAW 48 t CO2e, HNEE 47 t CO2e) sowie Papier (ZHAW 6 t CO2e, HNEE 3 t CO2e).

Zum Abschluss des Klimaduells werden die eingesparten Treibhausgase der durchgeführten Challenges berechnet und der vorliegenden Analyse gegenübergestellt. Wir sind gespannt darauf, was wir zusammen während des Klimaduells erreichen werden!

*Als Datengrundlage für die Hotspot-Analyse wurden Verbrauchsdaten aus den Bereichen Energie, Abfälle und Abwasser und Papier aus dem Jahr 2018 sowie Umfragen zur Mobilität und Verkaufszahlen der Mensen ausgewertet.

 

Abbildung 1: Treibhausgasemissionen der Bereiche Energie, Mobilität, Mensa, Abfälle, Abwasser und Papierverbrauch an der ZHAW Campus Grüental und an der HNEE in kg CO2 Äquivalenten per Hochschulangehörige im Jahr 2018.

 

Das Projektteam

Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen:

Forschungsgruppe Ökobilanzierung: Sabine Frei, Marleen Jattke & Matthias Stucki  

Forschungsgruppe Geography of Food: Patricia Krayer

Forschungsgruppe Nachhaltigkeitskommunikation & Umweltbildung: David Koch & Verena Berger 

 

Institut für Facility Management:

Kompetenzgruppe Betriebsökonomie und Human Resources: Marcel Janser

 

Institut für Angewandte Simulation:

Fachstelle Knowledge Engineering: Roland Gassmann, Petra Lustenberger